Menschen im Sterben zu begleiten sind Augenblicke, die Ängste freisetzen, sie aber auch nehmen können. Vor unser aller unausweichlichen Reise erinnern sich plötzlich einst zornigste Menschen ganz sanft und liebevoll an jene, die sie vor Jahrzehnten schon verloren haben - weil die Beziehungen nicht so tragbar waren, wie sie ersehnt gewesen sind oder die ihnen Nahestehenden schon vorausgingen. Die Begegnung und das Auseinandersetzen mit dem Tod, das Abschiednehmen und die Gedanken an das eigene Ableben lassen mich wissen: Ich möchte sanft von der Welt gehen, was auch einschließt, den Augenblick im Falle der körperlichen oder seelischen Ausweglosigkeit selbst bestimmen zu können. Niemanden will ich mit hineinziehen, der nicht bei mir sein möchte, weder dem Lokführer die Verantwortung, noch Feuerwehrleuten das Aufräumen überlassen. Ich habe die leise Hoffnung, dass wir irgendwann soweit sein werden, Menschen nicht nur zum ungewollten Sterben an Fronten schicken, sondern all jenen ein friedliches Hinübergleiten ermöglichen zu können, die ihre Zeit gekommen sehen. Bis zum Schluss mögen Gedanken und vielleicht auch Sehnsüchte unerlebt geblieben, aber auch das Reine mit uns selbst gefunden sein. Und wenn ein zitternder Blick dann der drohenden Dunkelheit entgegensah, hoffte ich für jenen, im vermeintlich Letzten dann endlich Ruhe und Frieden gefunden zu haben - und tue dasselbe auch für mich. Bis dahin würde ich uns allen ein wahrhaftiges Leben wünschen... "Die Reise" ist eines von mehreren Stücken auf dem nächsten "Jenseits schillernder Welten"-Album, die auf verschiedene Weise das Sterben thematisieren werden. Mehr dazu gibt es in den nächsten Tagen zu lesen
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