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Weihnachtsgedicht

Kinderaugen strahlen ihn wieder an

den alten, roten, vielleicht schon etwas müden Mann

der bis zum verlängerten Ladenschluss

nun wieder in Kaufhäusern rumsitzen muss

 

Hätte er nicht ganz etwas anderes zu tun?

müsste er sie nicht nehmen, in großväterlicher Ruhe

all die Hetzenden streicheln und beruhigen

ihnen sagen, dass wir sie trotzdem lieben

dass wir Melancholie nicht durch das Kaufen vertreiben

dass geschundene Seelen trotz des Saufens bleiben

dass unter all dem Zeter und Geschrei

doch nur ein Stück Sehnsucht nach Verbundenheit bleibt

 

Ich glaube nicht, dass er das noch kann

vielleicht fehlt auch der Glaube dem alten Mann

und so gehen sie bepackt einher

und ich bedauere, denn ich wünsch‘ mir weitaus mehr

 

ein Stück Frieden und Nähe und Beisammensein

Worte ohne Vorwurf, wenn wir uns von Sünden befreien

vielleicht sogar ein: „es tut mir leid“

 

Und ich wünsche mir, dass von dieser Besinnlichkeit

auch danach noch ein bisschen übrig bleibt

 

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