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Haus der Offiziere
Dienstag, den 18. Mai 2010 um 10:12 Uhr

Hier und dort gibt es in diesen Tagen Diskussionen, ob man einem der letzten Jugend- und Veranstaltungshäuser meiner Heimatstadt mit eher alternativem Charakter den Hahn zudrehen sollte. Argumente sind beispielsweise, dass einem „politisch eher links“ stehendem Haus Fördermittel aus Steuereinnahmen nicht zustehen würden.  Richtungsangaben wie „links“ und „rechts“ sagen für mich immer noch nichts über Wertigkeiten und Standpunkte aus. Ich finde es eher gefährlich, einen Menschen nicht mit seinen individuellen Bedürfnissen, sondern in Gruppen zusammengefasst zu sehen, wie eben „ALG II-Empfänger“, „Nazis“, „Linke“ oder „Jukufa“, denn eigentlich ist es doch egal, in welche Schublade wir unsere „menschlichen Mängel“ tun. Mal Hand auf‘s Herz, was bewegt denn eigentlich jeden einzelnen hier wirklich? Ist es nicht oft ein wenig Neid, der uns leitet, destruktiv zu wirken? Wobei Neid durchaus auch ein Motor sein kann, wenn man sich dessen erst einmal bewusst ist... 

 
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Magische Momente
Montag, den 10. Mai 2010 um 09:11 Uhr

Eigentlich wollte ich mit meinen Gefühlen haushalten, wollte nicht mehr so viel preis geben  von dem, was in mir vor sich geht. Erst recht nicht, wenn ich meine sentimentale Schiene befahre. Aber scheiß drauf, ich bin eben ein gefühlsbewohnter Mensch und das darf die Welt auch wissen. In einer Zeit, in der meine Kraft nicht ausreicht, einer „ganz normalen Arbeit“ nachzugehen, in der ich mich mitunter kaum konzentrieren kann, oft mit mir und meiner Seele zu kämpfen habe und mit meinem Dasein hadere, bekam ich von einem Menschen, den ich sehr schätze, ein Buch geliehen. In dem Bildband geht es um Schriftsteller, ihre Arbeitszimmer und in einzelnen Interviewsequenzen auch um die Schreibgewohnheiten. Schon die ersten Seiten machten dieses Buch zu einer Bibel für mich. Wiedererkannt im ewigem Dilemma des Unzufriedenseins, des Schreibenmüssens, des Alleinseisn mit den Gedanken und Emotionen, die nur im Schreiben intensiv erlebt werden, merke ich, dass es auch namhaften Schriftstellern nicht anders geht als mir. Ein Buch über Leidensgenossen, das antreibt, in der eigenen Kreativität weiter voranzuschreiten, entgegen aller inneren und äußeren Widerstände. Muss ich schreiben, um glücklich zu sein? Wie lange hält das dann eigentlich an? Glücklichsein? Was für eine absurde Vorstellung des ewigen Glück, das ja bei den meisten Menschen ohnehin immer außerhalb des eigenen Kreises liegt. Ein Film in ständigen Wiederholungen. Ich habe Träume, aber strebe eben nicht nach Glück. Mein Leben ist Krisenmanagement. Glück ist doch ohnehin nur in kurzen Momenten erlebbar. Diese Momente allerdings möchte ich als „magisch“ bezeichnen, so wie ich dieses Glück eben am Wochenende erlebt habe. Wie bewegt ich davon bin, wird mir erst heute, am darauf folgenden Montag klar. Erst heute wird mir klar, was an den vergangenen zwei Tagen geschehen ist, an denen wir im Proberaum unser Live-Programm vorbereitet haben.

 
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Zwischen Lähmungen und Pulsationen...
Mittwoch, den 10. März 2010 um 09:07 Uhr

Die Familie ist auf einem anderen Kontinent, dort, wo es richtig warm ist, und mich küssen seltsame Gefühle von Einsamkeit und Aufbruchstimmung.

 
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Gedanken zu Robert, Ronny und anderen/m
Donnerstag, den 12. November 2009 um 08:31 Uhr

Es ist schrecklich, furchtbar schrecklich, wenn ein junger Mensch sich das Leben nimmt. Ich konnte ihn nicht verpassen, den Tod des Robert Enke, der als mediales Großereignis in nahezu allen Wohnzimmern präsent ist. Endlich hat ein Selbstmörder ein Gesicht, das fast ganz Deutschland kennt. Anders als die ca.10000 Menschen, die sich jährlich in unserem Land das Leben nehmen und deren Gesichter meist nur vergleichbar wenige Menschen kennen. Mein Kumpel Ronny kannte Robert Enke sogar persönlich. 

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Gedanken zum ausgefallenen KC-Konzert in Kirchmöser
Donnerstag, den 30. Juli 2009 um 00:00 Uhr

 Nun hatten sie ihn am Arsch, den guten Onkel Tobi. Da wollte er ein paar Bier ausschenken und ein wenig Kohle verdienen, so wie einst bei uns, als wir noch in der Kirchmöseraner „Stube“ Konzerte gaben und andere Kneiper sich weigerten, mit uns zusammen zu arbeiten. Und es waren damals fast die gleichen Medien, die unrecherchiert irgendwelche Scheißhausparolen übernahmen, Fauxpas als Naziband hinstellten und das Publikum als rechtsextrem betitelten. Naja, nicht ganz. Herr Griebel beispielsweise hat wohl noch für die Schülerzeitung geschrieben... Aber seine Wirkung verfehlte diese Hetze schon damals nicht, soll ich mich doch noch zehn Jahre später hin und wieder für irgendetwas rechtfertigen. Nun haben wir hier also einen schönen Tobi-Skandal, jemanden, den wir mit Dreck bewerfen können. Kümmert sich eigentlich noch einer um Autohausgeschäftsführer Stefan M., der, zumindest laut Medienberichten, mit seinem Bundessterbeanzeiger auf weitaus widerlichere Art Geld verdienen wollte? Mag ja sein, dass er sich der gute Tobi ein wenig vertan hat, rein ethisch. Denn Bands, die Prügeleien heroisieren, finde ich mittlerweile auch nicht mehr so klasse. Wo ist eigentlich der rechtsradikale Ansatz bei dieser Band zu sehen? Wir haben einst mit eben diesen Kategorie C im Ruhrgebiet zusammen auf einem Konzert gespielt, auf einer Hooliganparty, die beim Bandidos MC stattfand und ich habe weder derartige Parolen gehört, noch massenhaft Anzeichen gesehen, die in diese Richtung gehen. Sicher, es gab zwar das ein oder andere zweifelhafte T-Shirt, aber ich hatte den Eindruck, dass es dort nicht um Politik, sondern eher ums Saufen, Tanzen, Feiern ging, ähnlich unserer gelobten Himmelfahrtspartys, wo gar nicht genug Bilder irgendwelcher Trunkenbolde danach durch die Gazetten geistern können.

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Ich kämpfe an vielen Fronten
Montag, den 06. April 2009 um 00:00 Uhr

an zu vielen Fronten und ich merke das wieder deutlich in meinem Empfinden. Kaum habe ich akzeptiert, dass sich Fauxpas derzeit in einem komatösen Schlaf befindet (wobei das ja auch nicht stimmt, denn Bestellungen, Tournee- und Festivalangebote und die Nachfragen unserer Freunde sprechen eine andere Sprache...), kaum ist die Mehrheit der Tränen um dieses großartige Stück Lebensgeschichte geweint, stürze ich mich in das nächste Abenteuer. In atemberaubender Geschwindigkeit sollte das geschehen und mich möglichst schnell auf die mittelgroßen Bühnen zurückkatapultieren. Ich steigere mich in einen Tatendrang, ohne meine eigenen Grenzen zu akzeptieren, ohne mitzubekommen, dass um mich herum alles zusammenbricht, dass meine Konflikte längst andere Lebensbereiche erreicht haben. 

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