| Puls-T |
|
Puls-T ist die lebendig gewordene Idee des Brandenburger Musikers Thoralf Pötsch und des Texters Torsten Gränzer. In der eher überschaubaren Musikszene ihrer Heimatstadt sind sich beide über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten immer wieder mal begegnet, wobei allerdings selten einer ernstzunehmende Notiz vom anderen nahm. Erst Anfang 2006 intensivierte sich der von einem gemeinsamen Freund hergestellte Kontakt, als Pötsch Arrangements und Aufnahmen zum Album „Therapie“ beisteuerte, welches Gränzer mit seiner Band Fauxpas im Mai des selben Jahres veröffentlichte. Hierbei entstand erstmalig die Idee zu einer weiteren Zusammenarbeit, obwohl beide mit ihren bisherigen Bands und Schaffen sehr unterschiedliche Stilrichtungen bedient hatten. Liegen Pötschs Wurzeln irgendwo zwischen Klassik und Rock (er selbst beschreibt als seine größten Einflüsse Bach und Hendrix), wuchs Gränzer mit klassischem Ostrock auf und kam über Hardrock, Heavy Metal, Punk wieder hin zum deutschsprachigen Rock mit nun eigenen, teilweise kontroversen Texten. Dennoch: Bei beiden geht das musikalische Spektrum so sehr in die Breite, dass sie sich auf spezielle Einflüsse nicht genau festlegen wollten, ohne unendliche Listen aufzählen zu müssen. Trotzdem fallen bei Pötsch die Namen Tom Waits und Leonard Cohen, bei Gränzer Tamara Danz, Peter Steele, Stephan Weidner und Rilke. Der größte Einfluss sei jedoch das eigene Leben, die eigene Freude und Verletzbarkeit.
Schnell fanden sich weitere Künstler, welche Puls-T ein prägendes Gesicht gaben und die an der Entstehung neuer Stücke beteiligt waren. Letztendlich hatten Pötsch und Gränzer das Glück, für das Projekt die Musiker ihrer Wünsche gewonnen zu haben, welche fähig sind, fernab eingetretener Pfade zu agieren und herrlich im Zusammenspiel funktionierten. Unbewusst entstand ein Auffangpool manchmal gescheiterter, aber auch immer wieder aufgestandener Menschen, die ihren Weg bestreiten, zu dem nun auch Puls-T gehört. Alte Freundschaften wurden erneuert, neue sind entstanden und jeder überstandene Rückschritt steigerte den Wert von Puls-T. Krisen und Bewältigung sind auch Thema des Albums „ImPULSe“ (veröffentlicht im Februar 2011). Darauf präsentieren sich Puls-T stilistisch genreübergreifend. So finden sich neben Rock- und Funksounds auch balladeske Elemente und elektronische Komponenten wieder. Hierbei wurde versucht, Brücken zwischen den verschiedenen Stilrichtungen zu schlagen. Thematisch irgendwo zwischen Mensch und Menschsein angelegt, beschreiben Puls-T den Facettenreichtum menschlichen Daseins, ohne sich dabei auf irgendetwas festzulegen. Dabei lassen Pötsch und Gränzer Gedanken und Gefühlen ihren Lauf, wobei auch kritische Betrachtungen, sowohl zur Historie als auch zur heutigen Zeit, nicht außen vor bleiben. Gerade das Überschreiten scheinbar fest abgesteckter musikalischer, aber auch menschlicher Grenzen war somit zum Markenzeichen von Puls-T geworden. Nachdem sich Gränzer im Juni 2011 vom Management des Projektes zurückzog, verließ er es im April des darauffolgenden Jahres endgültig.
MusikerThoralf Pötsch (Gitarre, Kompositionen, Arrangements) Torsten Gränzer (Gesang, Texte) Anja Weidner (Gesang) Stephanie Deisler (Gesang) Katja Bogen (Gesang) Jana Gryszyk (Gesang) Thomas Große (Bass) Göran Schade (Percussion, Klavier) Reno Schröder (Keyboards) Gunnar Göritz (Schlagzeug) Anton Kirch (Gitarre)
Diskographie2011: ImPulse Medien |

Auch wenn von Kennern psychischer Abwege hin und wieder prophezeit wurde, dass eine von zwei solch „Dickschädeln“ wie Gränzer und Pötsch ins Leben gerufen Sache nicht lange Bestand haben könne und beide zwar für sich, aber niemals nebeneinander bestehen könnten, lebte diese sich immer wieder um neue Impulse erweiternte Vision einige Jahre. Vom Prinzip mag die Aussage der Beziehungsunfähigkeit beider miteinander auch stimmen und wäre sicher schon bald von Pötsch und Gränzer genauso unterschrieben worden, wenn es nicht gerade nach Durststrecken immer wieder zu gewaltigen kreativen Schüben gekommen wäre. Während der Phasen des Durchatmens war der Puls des Projekts zwar manchmal schwach, aber immer noch spürbar. Verbunden durch Fluch und Segen, die eigenen Gefühle oft nur textlich und musikalisch ausdrücken zu können, ergaben sich beide ihrem Schicksal des „Tunmüssens“, um immer wieder die eigenen Ideen und Gedanken umzusetzen. Während des gemeinsamen Arbeitens stellte sich eine Art musikalische Seelenverwandtschaft heraus. Beide ergänzten sich im kreativen Umgang mit ihren Emotionalitäten und oft bedurfte es weniger Worte, um ein Stück entstehen zu lassen. In ganz spezieller Arbeitsweise entstanden Werke und Fragmente, von denen einige zu Songs gemacht und eingespielt wurden. Musikalische Experimente gehörten dabei zum Alltag.







